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Pharma Tollhaus Deutschland

Arzneien und Pharmamarketing  als Gefahrenmoment für das eigene Überleben 

von Dr. Ingfried Hobert   

Betrachtet man das gesammelte Heilwissen der Völker und Zeiten offenbart sich eine riesige Schatztruhe gefüllt mit wertvollem Wissen über das Menschsein und die Möglichkeiten der Heilung. Wissen das durch Prüfung und Erfahrung zum Wohl des Menschen gesammelt und in bester Absicht an spätere Generationen weiter gegeben wurde. Heilpflanzen aus den unterschiedlichsten Gegenden unseres Planeten spielen dabei eine tragende Rolle. Sie gehören zu diesem Schatz den die Menschheit über Jahrtausende zur Förderung ihres Wohlbefinden zusammen getragen hat.
Unbestreitbar ist, das auch die moderne Schulmedizin mit ihren Arzneien in letzten Jahrhundert einen wichtigen Beitrag zur Förderung und Stabilisierung unserer Gesundheit geleistet hat und in Teilbereichen noch immer leistet. In den letzten 10-15 Jahren wird jedoch immer offensichtlicher das eine Grenze der Sättigung immer näher rückt, die die Pharmabranche in zunehmende Bedrängnis bringt. Die Zahl neuer wirklich innovativer Produkte ist so niedrig wie nie zuvor, dagegen nimmt die Zahl unnötiger und sogar gesundheitsschädigender Produkte überproportional zu.  Wir sind heute wie selten zuvor mit der Frage konfrontiert ob der Aufwand den Nutzen rechtfertigt.  Gerade im Sinne der Nachhaltigkeit (und unseres ökologischen Fußabdrucks) müssen wir den klaren Fakten ins Auge schauen:

  • 30 000 Arzneimitteltote pro Jahr in Deutschland (Professor Dr. med. Jürgen C. Fröhlich vom Institut für Klinische Pharmakologie an der Medizinischen Hochschule Hannover)
  • 500 000 Todesfällen durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen von denen wahrscheinlich 100 000 verhindert hätten werden könnten, wenn die Patienten nicht die falschen Arzneimittel bekommen hätten (Deutsche Medizinische Wochenschrift)
  • 2 Millionen Menschen erleiden in den USA schwere Nebenwirkungen nach der Einnahme von Medikamenten. 100.000 Patienten sterben daran. Demnach sind schwere Arzneimittelfolgen die vierthäufigste Todesursache in den USA - dicht nach Krebs, Herzleiden und Schlaganfall. (Nature, Bd. 446, S.975, 2007).
  • Rund eine Million Menschen werden  pro Jahr wegen Nebenwirkungen von Medikamenten  in Krankenhäuser eingeliefert und die Hälfte der Patienten in akuter Lebensgefahr. Sie haben schädliche, falsche oder zu viele Medikamente eingenommen. Das Bemerkenswerte daran ist, daß die Hälfte dieser unerwünschten Arzneimittelwirkungen vermeidbar sind."
  • Nach Lucian Leape, Professor für Gesundheitspolitik an der Universität Harvard, hat man im Krankenhaus ein Risiko von 1 zu 200, eine schwere oder gar tödliche Komplikation durch Medikamente zu erfahren, im Gegensatz zu einem Risiko von 1 zu 2000000, wenn man ein Flugzeug besteigt.
  • 38 000 Tonnen Medikamente im Wert von 2 Mrd. Euro müssen Jahr für Jahr entsorgt werden und belasten damit in starken Umfang die Umwelt. Egal ob über Hausmüll, Kanalisation oder Verbrennungsanlagen ist die Belastung der Umwelt erheblich.. Wie der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) 2007 feststellte, werden jährlich etwa 38.000 Tonnen nicht mehr benötigter Arzneimittel aus Apotheken und Krankenhäusern vernichtet, und nach einer Schätzung des Bayerischen Landesamts für Umwelt von 2006 [laut Abfallratgeber Bayern] wandern pro Jahr aus Privathaushalten, die mit etwa 85 % den Hauptanteil gegenüber Kliniken und Pflegeheimen stellen, bis zu 30.000 Tonnen nicht mehr benötigter Arzneimittel in den Müll – nach einer anderen Schätzung jede fünfte von 1,6 Milliarden in Verkehr gebrachten Packungen. Dazu kommt das jeder 3. Patient innerhalb von 10 Tagen seine Einnahme abbricht.
  • Arzneimittel-Ausgaben in Deutschland 2009 um 4,8 Prozent auf 32,4 Milliarden Euro
  • Milliardensubventionen für die Pharmabranche: In Deutschland sind patentgeschützte Arzneimittel und Generika 30 bis mehrere Hundert Prozent teurer als in anderen europäischen Ländern. So z.B. sei der Preis für das Omeprazol-Generikum Omep zur Hemmung von Magensäure in Deutschland Anfang des Monats auf einen Schlag von 60 auf 43 Euro gesunken – in Schweden koste es aber nur 9 Euro.
  • Überflüssige, nicht ausreichend gesicherte und sogar gefährliche Impfungen wie z.b. die gegen Gebährmutterhalskrebs ( hier gab es bislang 9 Todesfälle nach Impfung) kosten in Deutschland 2,5 x soviel wie in anderen Ländern
  • Mehr als 1000 Selbsthilfegruppen sind in Deutschland von der Pharmazie nicht nur unterwandert sonder auch finanziert und damit gesteuert. Die bunten Infomagazine machen deutlich was jeder einzelne wirklich ! braucht.
 
Angst erzeugt Profit
Die Zahl unerwünschter und tödlicher Nebenwirkungen von Medikamenten und deren grundsätzliche Belastung der Umwelt ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Noch gravierender sind die Felder die die weltweite Pharmalobby entwickelt. Wie kürzlich vom Verband der forschenden Pharmaunternehmen zugegeben werden mußte, fließen nur 30 % des Umsatzes in die Erforschung neuer Arneimittel. 40 % fließen in Marketing. D.h. ein zweistelliger Mrd. Betrag wird jährlich verwendet um Felder zu schaffen, damit Produkte abgesetzt werden, die keiner kaufen würde, würden sie nicht beworben. Das Beispiel „Schweinegrippe“ zeigte wie man mit relativ wenig Marketingaufwand, Schritt für Schritt über einen Zeitraum von drei Jahren ein Feld aufbauen konnte, an dessen Ende ( nach WHO Warnstufe 5) jeder Staatschef der hochzivilisierten freien Welt Impfstoffe und Tamiflu bestellen mußte, wollte er nicht das Risiko eingehen seinen Posten zu verlieren. Die Bevölkerung zeigte sich dankbar von den Regierungen so fürsorglich versorgt zu werden. Die Rechnung kam in Form erhöhter Krankenkassenbeiträge nur wenige Monate später. GlaxoSmithKline brachte die Schweinegrippe 3 Milliarden Dollar, Sanofi-Aventis 700 Millionen, Novartis immerhin noch 500 Millionen

Disease Mongering – das Erfinden neuer Massenkrankheiten
Durch millionenschwere Aufklärungskampagnen werden inzwischen Allerweltsleiden zu bedrohlichen Krankheiten aufgebauscht oder - schlimmer noch - Massenkrankheiten völlig neu erfunden. Handel treiben mit Krankheiten ("Disease Monitoring") bezeichnen Kritiker dieses makabre Spiel mit der Angst der Bürger, das zum festen Bestandteil von Marketingstrategen der Pharma-Multis inzwischen gehört.Der Wettbewerb zwingt zur Erschließung neuer Märkte, so das Thema einer Titelgeschichte im Deutschen Ärzteblatt erschien. Dort heißt es weiter: "Das Ziel muss die Umwandlung aller Gesunden in Kranke sein …"
An einer Fülle von Beispielen für Disease Monitoring mangelt es nicht: Schlafstörungen, Essstörungen, Angst, Aufmerksamkeitsstörungen bei Kindern, aber auch unerwünschte Kinderlosigkeit oder Schönheitsmängel, Erektionsstörungen, Sodbrennen, Existenzangst, Vergesslichkeit, Fußpilze, Glatzenbildung, Depressionen oder das so genannte Reizdarmsyndrom werden durch konzertierte Aktionen in den Stand gefährlicher und behandlungsbedürftiger Krankheiten erhoben - besonders dann, wenn auch die passenden Medikamente zur Verfügung stehen. Die Pharma-Industrie macht die Angst der Menschen zum Programm.
Diese Verschwendungsorgie im Gesundheitswesen kostet uns Versicherte jährlich bis zu fünfzig Milliarden Euro. Das schlimme dabei ist das die Schulmedizin  auf dem besten Weg ist durch die Pharmastrategen unmerklich zur Quacksalberei zu verkommen. Betrachtet man aufmerksam ihre Misserfolge so kommt man zu dem Schluss, das es so nicht weitergehen kann. Dazu kommt, das das Gesundheitswesen unbezahlbar wird wenn die Politik in gleicher Weise fortfährt den Medizinbetrieb zu Tode zu kurieren bei gleichzeitiger maßloser Vergeudung des Beitrags-Reichtums durch nimmersatte Interessengruppen.
Die Diagnose ist unstrittig, und sie gibt wenig Anlass zur Hoffnung: Das deutsche Gesundheitswesen, einst das Mekka der Medizin und jahrzehntelang von Experten im In- und Ausland als vorbildlich gepriesen, ist enorm überteuert und gleichzeitig unglaublich ineffizient. Im Ergebnis produziert es inzwischen mehr Kranke als Gesunde.

Medizin ist eine Art der Unterhaltung bei der der Patient so lange bei Laune gehalten werden soll bis die Natur ihn von selbst heilt. Dies hat heute mehr denn je Bedeutung  (Voltaire)
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